©Ammon Raumbegrünung
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GREEN WORKPLACE

Bürobegrünung

WOHLFÜHLEN AM ARBEITSPLATZ
 
 
Seit wann gibt es Bürobegrünungen? Ein kleiner Exkurs in die Geschichte.

Bürobegrünung ist kein Wortkonstrukt der Neuzeit, sondern hat nur an Wertigkeit im Rahmen der heutigen Klimaproblematik und zunehmenden urbanen Lebenssituation an Bedeutung gewonnen.

Die Geschichte der Bürobegrünung beginnt in den 60er Jahren, eigentlich mit der Erfindung der Kulturmethode der Wasserspeichersysteme in Pflanzgefäßen, wie Hydrokultur (eine erdlose Kulturmethode) oder das Rivierasystem (ein Vliesdochtsystem für Erdpflanzen). Dadurch war es endlich möglich Pflanzen über einen längeren Zeitraum mit Wasser zu versorgen. Die Hydrokultur konnte sich als sauberes und hygienisches Bewässerungssystem bis in die Neuzeit halten und wird auch noch heute erfolgreich angewendet. Zusätzlich kam noch eine Art Mischsystem, die sogenannte Semihydrokultur dazu. Hier handelt es sich nicht so wie bei der Hydrokultur um eine erdlose Bepflanzung sondern um eine Mischform in der die Pflanze zwar noch Ihren Erdballen behält aber rundum mit sauberen und hygienischen Mineralsubstrat aufgefüllt wird. 
Die Großraumbüros in den 60er Jahren boten ausreichend Platz und die Bürobegrünung wurde so erstmals auch am Arbeitsplatz zur Dekoration oder Raumstrukturierung verwendet. Waren die angebotenen Gefäße zu Beginn noch sehr plump und geradlinig entwicklete sich daraus ein umfangreiches Angebot an Größen, Farben, Formen und sogar mobilen Pflanzenmöbeln.

In den 80er Jahren, ausgelöst durch eine Nasastudie und der nachweislich daraus hervorgehenden Gesundheitswirkung von Pflanzen, änderte sich die Einstellung zur Raumbegrünung und man erkannte neben dem Zierwert der Pflanze auch den zusätzlichen Mehrwert, den Pflanzen für das Raumklima und die Menschen in Räumen bieten können. Begriffe wie „sick building syndrome“ und „healthy-Building Quality“ wurden geprägt. Großflächig angelegte Pflanzenanlagen entstanden auch in Innenräumen, um Naherholung zu bieten. Die Hydrokultur mit Blähton im Standardgefäß hatte sich in der Bürobegrünung fest etabliert. Die Pflanzenauswahl bestand meist aus einem Arrangement aus verschiedenen Pflanzen, ein Stil, der bis heute überlebt hat.

In den 90er-Jahre: Sind Pflanzen im Büro bereits zum Standard geworden. Die Innenraumbegrünung wird normiert und Regelwerke werden aufgestellt und bieten in der Architektur fortan eine wichtige Grundlage für Ausschreibungen. Die professionelle Innenraumbegrünung wird zunehmend als eigenständiger gärtnerischer Bereich verstanden. Die ersten zertifizierten Innenraumbegrüner wurden ausgebildet.

Die Innenraumbegrünung wird zum prägenden Bestandteil des grünen 21. Jahrhunderts, der Anspruch an die Innenraumbegrünung wird größer, man erwartet von der Pflanze vieles: über Luftverbesserung, Schallschutz bis zur allgemeinen Leistungssteigerung. Die Lebensbedingungen für die Pflanzen im Raum werden aber zunehmend schlechter: Sonnenschutzgläser und automatische Schattiersysteme sollen die Gebäude vor Überhitzung schützen und lichtsparende Beleuchtungen sorgen zusätzlich für eine Reduzierung des Lichtangebots im Raum, durch die optimale Raumnutzung besteht kaum mehr zusätzliche Bodenfläche, die Pflanzen Platz bieten würde.
Kurzgefasst es wird enger und dünkler im Raum, aber der Wunsch nach lebenden Pflanzen wird größer. Die Begrünung der Vertikale wird zum Problemlöser, ist aber teilweise nur mit hohem technischen Aufwand und fachliche Pflege durchführebar.

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